Schleiper Hammer

Blick auf den Schleiper Hammer (von oben)Lage:
Der Schleiper Hammer liegt auf dem Gebiet der Stadt Kierspe im Schleipetal, einem rechten Nebenbachtal der Volme.

Nutzung:
Seit 1989 im Besitz des Heimatvereins,
wird in dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ein Museum aufgebaut, welches die Tradition der Breitewarenschmiederei im oberen Volmetal in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts präsentiert. In einer zweiten Abteilung wird die Anfangszeit der Bakelite-Pressen dargestellt. Diese Fabrikation hat sich ebenfalls seit den 30er Jahren im oberen Volmetal u.a. auch im Schleiper Hammer entwickelt.

Präsentation:
In der Schmiedeabteilung sind Feder- und Fallhämmer, sowie eine Besäumschere funktionsbereit, die durch eine turbinengetriebene Transmission oder Elektroantrieb arbeiten. In der Schlosserei sind zusätzlich aufgestellt: eine Bandsäge, eine Universalfräsmaschine, ein Shaping, eine Langhobelmaschine, Stanzen und eine Drehbank.
In der Bakeliteabteilung finden sich hand- und motorgetriebene Kniehebelpressen, eine Hydraulikpresse, eine Entgraterei und Schleiferei. Zur Demonstration werden einzelne Teile gepreßt. Im Aufbau befindet sich eine Sammlung von Werkzeugen und Bakelite-Erzeugnissen.

Geschichte:
Die erste schriftliche Erwähnung stammt erst aus dem Jahre 1815: Die Gebrüder Schriever kauften den Betrieb und errichteten nur fünf Jahre später in der Nähe ein stattliches Wohnhaus, das "Reidemeisterhaus" Schriever, welches Tradition und Bedeutung der Hammerwerksbesitzer vor Ort eindrucksvoll repräsentiert. Das ursprüngliche Alter des Hammers kann nicht angegeben werden. Es ist jedoch überliefert, daß auf dem Gelände des oberen Betriebsteiches beim Ausschachten die Ruine einer Eisenhütte zutage kam.

Die Eisenverhüttung spielte im Bereich der oberen Volme seit dem 13. Jahrhundert eine große Rolle. Mit der Einführung wassergetriebener Gebläse wurden hier nahezu flächendeckend an den Bächen Schmelzöfen errichtet, in denen schon flüssiges Roheisen gewonnen wurde, welches in einem weiteren Verfahren zu Schmiedeeisen "gefrischt" wurde. Für dieses Eisen, den "Osemund" wurde das märkische Sauerland weit über seine Grenzen bekannt. Im oberen Talbereich finden sich noch Reste einer weiteren Eisenhütte und zweier Osemundhämmer.
Im 19. Jahrhundert konnten mit der Einführung neuer Technologien diese Hammerwerke nicht mehr bestehen. Ein Teil wurde aufgegeben, ein Teil konnte durch die Umstellung auf die Breitewarenschmiederei weiterbestehen. Breitewaren sind z.B.: Spaten, Schüppen, Hacken, Rübenheber.

Maschine im Schleiper HammerMit dem Bau der Eisenbahn im oberen Volmetal bekam das Hammerwerk durch seine Nähe zur Eisenbahn Aufwind. Eine Turbine von 25 PS ersetzte das Wasserrad, das Gebäude wurde seitdem in einer Reihe von kleinen Bauabschnitten zu einer Fabrik erweitert, in der alle Arbeitsgänge zur Herstellung der Breitewaren unter einem Dach zusammen-
gefaßt werden konnten. Der Einbau der Transmission und die Aufstellung einer "Locomobile", die zugeschaltet wurde, wenn die Wasserkraft nicht mehr reichte, ermöglichte diesen entscheidenden Schritt zur Entwicklung einer Fabrik.

Seit den 30er Jahren wurden in der kleinen Fabrik auch andere Fabrikationen betrieben.
Die heute gegenüber gelegene Kunststofffabrik Potthoff wurde hier als Schraubenfabrik gegründet, Gleiches gilt für die Firma Grote & Brocksieper, die hier Werkzeuge produzierte. Die Firmen Schröder und de Graat machten eine Bakelite-Presserei auf. Sie sind ein Beispiel dafür, daß Wasserhammer und Bakelite-Presserei durchaus eine Einheit bilden können. Die mittelständischen Betriebe des Volmetales haben sich alle aus solchen kleinen Anfängen entwickeln können.

Bedeutung:
Mit seiner Lage im Seitenbachtal der Volme und seinen zwei Betriebsteichen repräsentiert der Schleiper Hammer eine wichtige Periode der Eisenerzeugung und –verarbeitung, die das Leben der Bewohner über Jahrhunderte prägten. Wasser, Eisenerze und die Buchen/Eichenwälder bildeten hierfür die Standortfaktoren.


Kontakt

Herr Armin Rachel                                   Herr Hans-Ludwig Knau
Ahornweg 30                                           Lessingstraße 16
58566 Kierspe                                         58566 Kierspe
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