Geschichte von Rönsahl

700:
In Rönsahl werden feste Häuser gebaut.

789:
Das Kloster Werden an der Ruhr treibt die Christianisierung voran.

1100:
Erste Eintragung der Siedlungen Glietenberg und Haarhausen im Register des Kloster Werden an der Ruhr.

1260:
Baujahr der Servatiuskirche (eventuell stand schon um 1003 eine Kapelle).

1367:
Die Herrschaftsansprüche von Rönsahl wechseln vom Herzog Wilhelm von Berg nach Graf Adolf von der Mark. Die politische Grenze verschiebt sich im Laufe der Kriege mit Napoleon weiter nach Osten, bis zu der Stelle, wo sich heute der Grenzstein an der Hauptstrasse befindet.

1406:
Graf Adolf II von der Mark bestimmt, dass die Einwohner der Kirchspiele Breckerfeld, Halver, Dahl und Rönsahl von dem hohen Gericht in Breckerfeld belangt werden dürfen.

1456:
Ritter Johann von Edelkirchen erhält die Kirchspiele Halver und Rönsahl.

1565 – 1753:
Ein Gericht in Rönsahl. Die Familie von den Bercken stellt über sechs Generationen den Richter, dessen Amt vererbt wird.

1620:
Herr Jörgen Walter zu Harhausen (später wurde er Georg zu Harhausen, der Pulvermacher und zuletzt Georg Pulvermacher genannt) baut die erste Pulvermühle zu Ballenbrügge an der Lingese (heute in der Lingese Talsperre). Die Pulvermühle wird erstmalig im Rönsahler Kirchenrechnungshof erwähnt. Sein Schwiegersohn, Johann Cramer, errichtet in den folgenden Jahren eine weitere Pulvermühle in der Nähe von dem Dorf Rönsahl.  

1720:
Die Söhne von Jörgen Wolter zu Harhausen bauen zwei weitere Pulvermühlen auf der Becke.

1723:
Die Söhne von Jörgen Wolter zu Harhausen errichten eine weitere Pulvermühle an der Wipper, unter "Gogarter Hof".

1753:
Friedrich der Zweite trennt die Justiz von der Verwaltung und so wird die Gerichtsbarkeit nach Breckerfeld verlegt. An die eigene Gerichtsbarkeit erinnert in Rönsahl bis Ende des 18. Jahrhundert ein "Trieselhäuschen" auf dem Marktplatz. Dies ist ein drehbarer Käfig in dem Verbrecher und Diebe besonders am Sonntag "ausgestellt" wurden. Jeder Kirchgänger hatte das Recht, das Triesel oder Drillhäuschen herumzudrehen.

1800:
In Rönsahl sind mittlerweile 15 Pulvermühlen vorhanden. Von diesen 15 Pulvermühlen sind 13 in Besitz der Familie Cramer und Verwandten. In den nächsten Jahrzehnten kommen noch einige Mühlen hinzu. Insgesamt gibt es 36 Pulvermühlen.

1846
Nach Einführung der Landgemeindeordnung von 1841 wird Kierspe mit Rönsahl zu einem Amt erhoben.

1800 – 1872:

Die bedeutende Pulverfirma "Cramer & Buchholz" entsteht aus mehrfachen Heiraten zwischen den Familien Cramers aus Rönsahl und der Lenneper Pulverfamilie Buchholz.

1865:
Familie Haase brennt im Haus "Im Grund" erstmalig Schnaps.

1871:
Familie Haase brennt Schnaps in der Brennerei am Kerspeweg.

1872:
Die Pulverfirma "Cramer & Buchholz" schließen sich mit anderen Pulvermühlen zur Rottweiler Pulver-AG mit Sitz in Köln zusammen. Sie kaufen die Pulverfabrik Hampe (Harz) und bilden die Rönsahler Pulverfabrik AG. Die übrigen Pulvermühlen schließen sich zur "Deutsche Pulverfabriken AG zu Rönsahl und Walsrode" zusammen.

Die Rönsahler Pulverfabriken gründen in der folgenden Zeit:
1. die Rönsahler Kreditbank, aus der später der Barmer Bankverein hervorging,
2. die Bergisch Märkische Stein Industrie AG, Köln,
3. die Rübeländer Kalkwerke (später: Harzer Kalkindustrie AG, Elbingerode)
4. die chemische Fabrik in Egerpohl (später Biesterfeld, heute UOP)
5. eine Düngerfabrik in Gogarten, die später an eine Berliner Firma verkauft wurde. 

1931:
Mit der Erfindung des Dynamits verliert die Pulverindustrie an Bedeutung und wurde am 15.12.1931 offiziell stillgelegt.

1980:
Am 01.04.1980 wird die Rönsahler Werkstatt aus der Waldheimat ausgegliedert und zieht in die alte Schule in Kierspe-Rönsahl, Vor dem Isern 4. Am 01.10.1980 entsteht die Märkischen Werkstätten aus der Brügger Werkstatt und den Rönsahler Werkstatt.

1999:
Am 01.09.1999 feiern die Märkischen Werkstätten ihr 25-jähriges Jubiläum als Werkstatt.

2003:
Am 01.07.2003 werden die Märkischen Werkstätten in die Region Märkischer Kreis / Ennepetal eingegliedert.

2008:
Privater Ankauf der denkmalgeschützten Brennerei Krugmann am Kerspeweg durch Ortsvorsteher / Ortsbürgermeister Horst Becker. Die denkmalgeschützten Brennerei wird als Dorfgemeinschaftshaus und historisches Museum genutzt.