04. August 2026
Riesenbärenklau

Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, ist eine invasive Pflanzenart, die sich in Deutschland zunehmend entlang von Gewässern, Straßenrändern, Böschungen, Wiesen und auf Brachflächen ausbreitet.
Die Pflanze stellt ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Bereits der Kontakt mit dem Pflanzensaft kann in Verbindung mit Sonnenlicht schwere Hautreaktionen verursachen. Deshalb sollten Berührungen unbedingt vermieden werden.
Woran erkennt man den Bärenklau?
Typische Merkmale sind:
- Wuchshöhe von 2 bis 4 Metern
- Hohler, kräftiger Stängel mit rötlich-violetten Flecken und borstigen Haaren
- Sehr große, tief eingeschnittene Blätter (bis etwa 1 Meter lang)
- Große weiße Blütendolden mit einem Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern
- Blütezeit von Juni bis August
Eine Verwechslung mit heimischen Doldenblütlern wie dem Wiesen-Bärenklau oder der Engelwurz ist möglich. Im Zweifel sollte die Pflanze nicht berührt werden.
Warum ist der Bärenklau gefährlich?
Der Pflanzensaft enthält sogenannte Furocumarine. Gelangen diese Stoffe auf die Haut und wird die betroffene Stelle anschließend Sonnenlicht oder UV-Strahlung ausgesetzt, können schwere Hautschäden entstehen.
Mögliche Folgen sind:
- Hautrötungen
- Schmerzhafte Blasenbildung
- Verbrennungsähnliche Verletzungen
- Lang anhaltende Pigmentveränderungen
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut über mehrere Wochen oder Monate
Besonders gefährdet sind Kinder, da sie häufig im Freien spielen und die Pflanze nicht erkennen.
Was tun nach Hautkontakt?
Falls Sie mit dem Pflanzensaft in Berührung gekommen sind:
- Betroffene Hautstellen sofort gründlich mit Wasser und Seife reinigen.
- Die betroffenen Stellen mindestens 48 Stunden konsequent vor Sonnenlicht schützen.
- Bei starken Hautreaktionen, Blasenbildung oder großflächigem Kontakt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
- Gelangt Pflanzensaft in die Augen, diese sofort gründlich mit Wasser ausspülen und umgehend eine Augenärztin oder einen Augenarzt aufsuchen.
Bekämpfung und Beseitigung
Kleine Bestände:
Einzelpflanzen können entfernt werden, bevor sie Samen bilden. Dabei ist besondere Vorsicht geboten.
Folgende Schutzkleidung sollte getragen werden:
- lange, geschlossene Kleidung
- flüssigkeitsdichte Handschuhe
- festes Schuhwerk
- Schutzbrille oder Gesichtsschutz
Die Pflanze sollte möglichst mit der Wurzel entfernt oder der Vegetationskegel etwa 10 bis 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche abgestochen werden.
Größere Bestände:
Größere oder schwer zugängliche Bestände sollten fachgerecht beseitigt werden. Dabei ist häufig eine mehrjährige Nachkontrolle erforderlich, da Samen im Boden mehrere Jahre keimfähig bleiben können.
Entsorgung
Blühende oder samenbildende Pflanzenteile dürfen nicht auf den Kompost gegeben werden, da sich die Pflanze weiter ausbreiten kann.
Je nach den örtlichen Entsorgungsmöglichkeiten sollten Pflanzenreste über die dafür vorgesehenen Entsorgungswege beseitigt werden. Bitte beachten Sie die Hinweise Ihres örtlichen Entsorgungsbetriebes oder Ihrer Abfallberatung.
Vorkommen melden
Wenn Sie einen Bestand des Riesenbärenklaus auf öffentlichen Flächen entdecken, informieren Sie bitte die Stadtverwaltung.
Hilfreiche Angaben sind:
- genauer Standort
- möglichst ein Foto der Pflanze
- Größe des Bestandes
- Datum der Beobachtung
So kann geprüft werden, ob Maßnahmen zur Bekämpfung erforderlich sind.
Häufig gestellte Fragen
Darf ich den Riesenbärenklau selbst entfernen?
Ja, sofern es sich um Pflanzen auf Ihrem eigenen Grundstück handelt und Sie geeignete Schutzkleidung tragen. Bei größeren Beständen oder Unsicherheiten sollte eine Fachfirma beauftragt werden.
Muss der Riesenbärenklau gemeldet werden?
Eine gesetzliche Meldepflicht besteht in der Regel nicht. Meldungen helfen der Stadtverwaltung jedoch dabei, Vorkommen auf öffentlichen Flächen frühzeitig zu erkennen und eine weitere Ausbreitung einzudämmen.
Warum muss die Pflanze bekämpft werden?
Der Riesenbärenklau gefährdet nicht nur die Gesundheit von Menschen. Als invasive Art verdrängt er außerdem heimische Pflanzenarten und beeinträchtigt die biologische Vielfalt.