Wohnungsbrände nehmen in der Weihnachtszeit zu

Wirtschaft & Arbeit 11.12.2020
Wohnungsbrände nehmen in der Weihnachtszeit zu

Das Risiko eines Wohnungsbrandes zu Weihnachten und Silvester steigt erfahrungsgemäß erheblich an. Außerdem wird deutlich, dass Senioren besonders gefährdet sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland über 60 Prozent aller Brandtoten mehr als 60 Jahre alt. Das Risiko, bei einem Wohnungsbrand zu sterben, ist für Senioren damit doppelt so hoch wie für die restliche Bevölkerung.

Warum Senioren im Brandfall besonders in Gefahr geraten erklärt der Pressesprecher der Kiersper Feuerwehr Christian Schwanke.

„Mobilität, Sinneswahrnehmung und Reaktionsfähigkeit das sind die Probleme, die mit zunehmendem Alter Gefahren bergen.

Brandgefahren werden leichter übersehen oder zu spät wahrgenommen, Rauchmelder nachts schlechter gehört.

Die Reaktionszeit wird länger: Mit zunehmendem Alter benötigen wir einfach mehr Zeit, um auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren und drohende Gefahren abzuwenden.

Das Gedächtnis täuscht uns öfter: Herd, Heizdecken, Bügeleisen oder Wasserkocher noch angelassen? Kann jedem mal passieren – im Alter passiert das aber immer öfter.

Die Mobilität ist oftmals eingeschränkt: Wir sind nicht mehr so gut zu Fuß und können uns bei Gefahr nicht so schnell in Sicherheit bringen – besonders nachts kann das zum Problem werden.“

Erschwerend kommt hinzu, dass Senioren oft veraltete Elektrogeräte wie beispielsweise Wasserkocher ohne Abschaltautomatik, Heizdecken oder brüchige Anschlusskabel verwenden. Nadine Dörseln, Zugführerin des Löschzugs 1 Stadtmitte ergänzt „Laut Statistik entsteht jeder vierte Wohnungsbrand durch einen elektrischen Defekt.“

Aber Senioren können das Risiko eines Brandes in ihrem Haushalt deutlich minimieren, indem sie zum Beispiel echte Kerzen auf dem Adventskranz und am Tannenbaum durch elektrische Beleuchtung ersetzen. Es wurde von der Initiative Rauchmelder retten Leben, extra für Senioren-Haushalte eine Risiko-Checkliste entwickelt. Darauf weist die Feuerwehr Kierspe ausdrücklich hin. Anhand von Fragen zum Gesundheitszustand, zu Fluchtwegen und zur Wohnsituation hilft sie älteren Menschen und ihren Angehörigen, mögliche Brandgefahren zu vermeiden. Anhand der Checkliste erkennt man, ob Handlungsbedarf besteht. Auch erinnert sie daran, Rauchmelder zu warten.

Ein kleiner Überblick über die wichtigsten Fragen die mit Ja oder Nein beantwortet werden sollen:

  1. Gesundheitszustand/Lebenssituation
    Ist das Hörvermögen eingeschränkt?
    Ist das Sehvermögen eingeschränkt?
    Ist der Geruchssinn eingeschränkt?
    Ist die Beweglichkeit eingeschränkt, Gehhilfen wie Stock oder Rollator werden benötigt?
    Wird in der Wohnung geraucht?
  2. Wohnsituation.
    Werden Kerzen oder Öllampen genutzt?
    Wird ein Kamin oder Ofen genutzt?
    Hat der Elektroherd keine automatische Abschaltfunktion?
    Gibt es in Flur- und Schlafräumen keine Rauchwarnmelder?
  3. Elektroinstallation und Geräte
    Werden elektrische Heizgeräte, z.B. Heizstrahler oder Radiatoren, benutzt?
    Werden Heizkissen oder -decken benutzt?
    Sind Elektrogeräte wie Bügeleisen, Toaster, Wasserkocher, Steh- oder Tischlampen schadhaft, z.B. am Kabel oder schon sehr alt?
  4. Fluchtwege
    Sind die Fluchtwege (Treppenhaus oder Zugang zur Terrasse) nicht barrierefrei?
    Sind im Treppenhaus brennbare Materialien (z.B. Altpapier, Kinderwagen) abgestellt und stehen im Treppenhaus Stolperfallen/Hindernisse (Schuhe, Fahrräder etc.)?
    Wird die Haustür nachts abgeschlossen?


So funktioniert die Auswertung:
Sie haben mehr fünfmal Ja gesagt: Es kann gefährlich werden. Hier nur ein paar Tipps zur Verbesserung, damit Sie oder Ihre Angehörigen auch in Zukunft sicher wohnen:

Rettungs- und Fluchtwege immer frei zu halten. Gefahrenquellen in der Wohnung oder im Treppenhaus sollten schnellstmöglich beseitigt werden.

Sorgen Sie bitte auch für eine regelmäßige Wartung aller Rauchwarnmelder, Angehörige können ihre Eltern dabei unterstützen.

Entsorgen Sie defekte Elektrogeräte bzw. lassen sie diese fachgerecht warten bzw. reparieren. Bereits kleine Schäden am Kabel können lebensgefährlich sein. Lassen sie sich von Fachleuten beraten.

Bei schlechtem Hörvermögen gibt es z.B. spezielle Rauchwarnmelder für Hörgeschädigte. Gehhilfen wie Handläufe an den Wänden helfen bei eingeschränktem Sehvermögen und schlechter Mobilität und weisen auch nachts den Weg nach draußen.

Alleinlebende ältere Menschen sind gefährdeter als Paare. Speichern Sie z.B. Telefonnummer der Feuerwehr und der Nachbarn im Telefon, das auch nachts in greifbarer Nähe liegen sollte. Ist kein Rufnummernspeicher möglich, legen Sie einen Zettel mit den Nummern am Telefon bereit


Die komplette Checkliste können Sie hier herunterladen.

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