Spaß, Action und viele neue Erfahrungen - Jungenfreizeit des städtischen Jugendzentrums für 5 Tage an die Weser

Einmal im Jahr veranstaltet das städtische Jugendzentrum relaX an der Fritz Linde Straße eine Freizeit nur für Jungs. Unter dem Namen „Echte Kerle allein im Wald“ ziehen 8 Jungs zwischen 15 und 18 Jahren gemeinsam mit den städtischen Mitarbeiter und Jungentrainer Christian Schwanke in die weite Welt hinaus. Das besondere dieser Freizeit ist es, dass die Unterkunft der Gruppe ein Selbstversorgungshaus ist. Das bedeutet, die Jungs müssen alles organisieren. Der Haushalt, das Essen und alles was dazu gehört. Eine weitere Eigenschaft dieser Freizeit ist es, natürlich viel Platz für Action und spannende Aktionen zu bieten, aber auch Zeit für neue Erfahrungen und erste Themen. Dabei wird darauf geachtet, dass es Themen sind, in denen sich die Jungs wiederfinden und die sie interessieren. Auch bei Gesprächen untereinander oder in der Gruppe. Das ist ein Spagat, den die Freizeit aber auch der Jungentrainer Christian Schwanke schaffen muss. Gesprächspartner, Vaterersatz und Desperados Kumpel sein.

In diesem Jahr ging es am Mittwochnachmittag vor dem Feiertag in Kierspe los. Der Weg führte nach Norden ins Bremer Land. Am Rande der Ortschaft Meyenburg, zwischen Bremerhaven und Bremen bezog man ein gemütliches Haus. Nach dem einrichten und erkunden der Umgebung stand das erste gemeinsame Abendessen auf dem Programm. Dazu fuhr die Gruppe nach Bremerhaven und genoss die Abendsonne bei Essen und Trinken.

Am nächsten Tag stand Bremen auf dem Programm. Dieser Tag wurde von Action geprägt. Nach einem kurzen Stadtspaziergang ging es zum Lasertag spielen. Anschließend wurde auf der BB Kartbahn ein 30 Minuten Rennen veranstaltet. Das besondere dieser Kartbahn ist es, dass sie sich in einem alten Parkhaus befindet und über 2 Stockwerke geht. Hier konnten die Jungs so richtig Gas geben und bei Überholmanövern das Adrenalin spüren. Nach dem Abendessen im Haus saß die Gruppe noch bis in den späten Abend auf der Terrasse des Hauses und spielten oder quatschen.

Denn der nächste Tag war etwas ernster. Nach dem Frühstück erarbeiteten die Jungs eine Chronologie der NS Zeit. Wann, Was, Wer und Warum wurde in Kleingruppen erarbeitet und später vorgestellt. Dieses Hintergrundwissen wurde bei der Fahrt zum U Boot Bunker Valtenin benötigt.

Der U-Boot-Bunker Valentin ist ein riesiges, an der Weser gelegenes Bauwerk, das während des Zweiten Weltkrieges von 1943 bis März 1945 unter Einsatz von Zwangsarbeitern errichtet wurde.
In dem U-Boot-Bunker sollten U-Boote gebaut werden. Es handelte sich um das größte Rüstungsprojekt der Kriegsmarine. Der Bunker wurde zu etwa 95 Prozent fertiggestellt; auf Grund des Kriegsverlaufes wurde hier aber nie ein U Boot gebaut.
Der Bunker ist gemessen an der Grundfläche (35.375 m²) der größte freistehende Bunker in Deutschland und nach der U-Boot-Reparaturwerft Brest in Frankreich der zweitgrößte in Europa. Verbaut wurden eine Million Tonnen Kies und Sand, 132.000 Tonnen Zement und 20.000 Tonnen Stahl.
Als Arbeitskräfte wurden 10.000 bis 12.000 Zwangsarbeiter aus den besetzten Gebieten und dem KZ Neuengamme herbeigeschafft. Sie mussten in Zehnstundenschichten den Bunker errichten. Vermutlich sind bei den Bauarbeiten 2.000 bis 6.000 Menschen ums Leben gekommen, genauere Zahlen sind jedoch schwer zu erfassen. 1.700 Tote sind registriert. Die Namen der polnischen und russischen Toten wurden nicht berücksichtigt. Viele Zwangsarbeiter starben an Unterernährung oder physischer Erschöpfung.
Mit einer Länge von 419 Metern, 97m Breite und 30 m Höhe ist es noch heute ein gigantisches Bauwerk. Die Jungs konnten auf dem Rundweg durch und um den Bunker alles über die Zeit des Bau erfahren. Aber auch, und das war viel wichtiger, welches Leid die Zwangsarbeiter und Gefangenen erfahren mussten. Unter welchen menschenunwürdigen Bedingungen und Willkür sie arbeiten und leben mussten. Das dies oft zum Tode führte. Besonders betroffen machte die Jungs, dass auch Jugendliche in ihrem Alter unter den Arbeitern und Opfern waren.
Dieser Teil war bedrückend und beeindruckend zugleich.

Nach dieser Phase ging es mit einer Fähre über die Weser, wo ein Spaßbad auf die Gruppe wartete.
Am 3. Tag ging es nach dem Frühstück in den Einkaufspark Waterfront zum shoppen und anschließend nach Bremerhaven. Hier wurde eine Hafenrundfahrt gemacht. Diese führte an den Verlade Terminals für PKWs vorbei und den großen Trockendocks. Zeit zur eigenen Erkundung blieb auch noch.

Am Sonntagmorgen ging es zurück ins Volmetal. Alle waren begeistert von der Zeit, den Aktionen und Erfahrungen sie gemacht haben.

Webcam

Werfen Sie einen Blick in den VolmeFreizeitPark!

Facebook

Besuchen Sie die Stadt Kierspe auf Facebook