Rundgang durch die Sehenswürdigkeiten

Bakelitmuseum im Alten Amtshaus
Bakelitmuseum im Alten Amtshaus

In Kierspe können Sie das einzige in Deutschland existierende Bakelitmuseum besuchen und die Entwicklung der Bakelit-Industrie kennen lernen. In der liebevoll zusammengetragenen Sammlung zeigt das Bakelitmuseum Gebrauchsgegenstände aus Bakelit-Kunststoff. Mit mehreren tausend Exponaten in einer Wechselausstellung ist dies einzigartig!

Bakelit als erster Kunststoff löste eine Revolution in der Produktion von technischen Artikeln aus. Dieser leichte, kostengünstige Kunststoff ersetzte Schellack und Porzellan. 

Möchten Sie sich näher informieren? Dann finden Sie hier weitere interessante Einzelheiten sowie auch die Öffnungszeiten.

Historische Brennerei Rönsahl
Historische Brennerei Rönsahl

Die denkmalgeschützte Brennerei Krugmann, Hauptstr. 23, Kierspe-Rönsahl, wurde im Januar 2008 durch den ehemaligen Ortsbürgermeister Horst Becker zur Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus und historisches Museum erworben.

Der am 25.04.2008 gegründete Verein verfolgt das Ziel, die vorhandene Bausubstanz der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Brennerei zu erhalten und die historischen Räume so zu gestalten, dass diese als Veranstaltungs- und Kulturzentrum „Historische Brennerei Rönsahl“ genutzt werden können.

Nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten und Neugestaltung der Außenanlagen finden dort heute Veranstaltungen statt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Vereins oder nehmen Sie Kontakt zu dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Horst Becker, Kampweg 1, 58566 Kierspe-Rönsahl, Telefon 02269 / 482 oder 0170 / 29 72 530, auf. 

Christuskirche
Christuskirche

Diese evangelische Kirche wurde 1952 erbaut. Grund für den Bau einer weiteren Kirche war die rasante Entwicklung des Ortsteils „Kierspe Bahnhof“. Nach dem Bau der Volme-Agger-Bahn 1892 stieg die Bevölkerungszahl entlang der heutigen „Kölner Straße“ explosionsartig an. Diese Menschen sollten vor Ort kirchlich betreut werden und somit wurde die Christuskirche gebaut.

Fritz-Linde-Museum
Fritz-Linde-Museum

Im Fritz-Linde-Museum werden Bücher und Briefe von Fritz Linde, dem Kiersper Heimatdichter ausgestellt. Linde ist ein über die Grenzen Kierspes und des Märkischen Kreises hinaus sehr bekannter und gern zitierter niederdeutsch schreibender Dichter. Dazu werden noch die Bücher der Lehrerin und Geschichtenschreiberin Anny Wienbruch zu sehen sein. Sie schrieb über 100 Kinderbücher. Ebenso wird das Kiersper plattdeutsche Wörterbuch von Fritz Karge ausgestellt, es beinhaltet ca. 20.000 Wörter, Basis war der Gedichtschatz von Fritz Linde. Alles insgesamt ein unschätzbarer Fundus für Heimatfreunde.

Weitere Infos sowie auch die Öffnungszeiten finden Sie hier.

Fritz-Linde-Stein
Fritz-Linde-Stein

Dieser Gedenkstein wurde im Jahr 1950 dem Heimatdichter Fritz Linde, geb. 26. Juli 1882, gewidmet. Am 30.09.1950 wurde er feierlich durch den damaligen Bürgermeister Otto Ruhe und Wilhelm Lienenkämper (Natur-Denkmalpfleger) zusammen mit Schülern eingeweiht.

Für Fritz Linde war dieser Ort Inspiration. Er hat einige seiner Texte dort geschrieben. Er schrieb vorwiegend plattdeutsche Gedichte und Geschichten, die in 4 Büchern veröffentlicht wurden.

Gesamtschule
Gesamtschule

Die Gesamtschule Kierspe gehört mit zu den ältesten Schulen dieser Art in NRW. Sie hat als integrierte Gesamtschule mit angeschlossener gymnasialer Oberstufe der Stadt Kierspe den schulischen Anschluss an die moderne Entwicklung gebracht. Die Schule ist zugleich auch ein kulturelles Zentrum mit angegliederter Stadtbibliothek und dem Hallenbad "Räukepütt".

Die drei Säulen auf dem Schulhof der Gesamtschule wurden 1975 von dem Kiersper Bildhauer Waldemar Wien errichtet. Sie besteht aus seriell hergestellten Industrieteilen.

Die Gesamtgestaltung des „Forums“ war ein Kunstprodukt von Waldemar Wien, worin die Säulen als Gestaltungsmoment gehörten. Dazu rechnen auch die Form der Beton-Pflastersteine und ihre Auslegung, sowie die wellenförmige Gestaltung der Stufen.

Weitere Infos über die Gesamtschule finden Sie hier.

Haus Rhade
Haus Rhade

Im Jahre 991 erwarb Erzbischof Heribert von Köln, Kanzler Kaiser Ottos III., das freie Eigentum des Edelherren Benno und vermachte es der Benediktinerabtei Deutz als Ausstattungsgut bei ihrer Gründung 1003. Dem urkundlichen Dokument ist zu entnehmen, dass die "curtis Rothe" bereits damals Mittelpunkt eines herrschaftlichen Güterverbandes war, der später über Grundbesitz in den Kirchspielen Lüdenscheid, Halver, Herscheid, insbesondere aber Kierspe verfügte.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Haus Rhade an eine Reihe von adeligen Familien, wie die Herren von Neuhoff, von Hatzfeld, von Heyden zu Schönrad und Bruch, verpfändet.

Die letztere Familie löst den Besitz käuflich ab. 1725 ging Haus Rhade in den Besitz der Familie von Holtzbrinck über, die es 1910 an den Kaufmann Niehoff zu Dülmen veräußerte. 1916 kam Haus Rhade in den Besitz der Familie Schwietzke, die es heute noch bewohnt.

Weit über die engeren Grenzen bekannt wurde Haus Rhade durch den archäologischen Nachweis einer engen Verbindung von Adelsgut und Eisenerzeugung. Es konnten in Bachnähe oberhalb des Herrenhauses die Reste einer wassergetriebene Eisenhütte ausgegraben werden, die von 1250 – 1450 arbeitete und als Vorläufer des modernen Hochofens anzusehen ist. Das Bergbaugebiet lag ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Herrenhauses und der Eisenhütte.

Da das Herrenhaus heute als Wohnhaus genutzt wird, ist es nicht zu besichtigen.

Das Kiersper Hülloch/Schanhollenhöhle
Das Kiersper Hülloch/Schanhollenhöhle

Auf dem Weg von Kierspe nach Meinerzhagen liegt an der rechten Seite der Heerstraße unter dem Waldgebiet Arney ein wiederentdecktes Höhlensystem namens Hülloch. Das Kiersper Hülloch wurde lange nur in sagenhaften Erzählungen erwähnt.

Eine legendenhafte Geschichte zum Hülloch erzählt die Schanhollensage:
"Die Schanhollen lebten der Sage nach im Kiersper Hülloch. Das Hülloch ist ein Höhlengebilde unter dem Waldrand Arney. Der Name der Schanhollen kommt von "Schöne Holden", das sind Zwergen- und Elfengestalten. Im Morgengrauen kamen die Zwerge aus der Höhle und halfen dem Bauer das Vieh zu hüten. Zum Dank dafür legte ihnen der Bauer ein Butterbrot auf den Zaun. Als er ihnen jedoch statt des Brotes einmal Kleidung hinlegte, nahmen die Schanhollen diese an sich und verschwanden auf Nimmerwiedersehen im Berg."

1672 wurde das Hülloch erstmalig unter dem Namen Huddeloch geschichtlich nachweisbar erwähnt. Um 1730 tauchte der Begriff "Hütteloch" für das Hülloch auf und wenige Jahre später wurde die Höhle wie heute Hülloch genannt.
"Hülloch" ist eine verbreitete Bezeichnung für eine Höhle, die durch eine Abwandlung des Begriffes Hölloch durch die Aussprache des plattdeutschen Sauerlandes entstand.

Aufzeichnungen besagen, dass das Kiersper Hülloch in den Notzeiten des Dreißigjährigen Krieges als Zufluchtsstätte gedient hat. Regelmäßig sollen dort von Pfarrer Hermann Rövenstrunk Gottesdienste abgehalten worden sein, die von der evangelischen Bevölkerung aus Kierspe, Meinerzhagen und Rönsahl unter Lebensgefahr besucht wurden.

Um 1887 wurden Überlegungen zur Nutzung des Hüllochs angestellt. In den darauf folgenden Jahren, bis ins Jahr 1966, wurden wiederholt Höhlenbefahrungen durchgeführt.

Mit der Gründung des Heimatvereins Kierspe e.V. im Jahre 1981 wurde von vielen Kiersper Bürgerinnen und Bürgern das Interesse geäußert, das Geheimnis "Hülloch" zu ergründen. Aufgrund dieses großen Interesses innerhalb der Bürgerschaft, nahm der Heimatverein im Jahr 1982 erste Kontakte zu Höhlenforschern auf. Erste Grabungen wurden ab 1995 durch die Speläo-Gruppe Hemer durchgeführt, aber im Jahre 1999 aufgrund enttäuschender Ergebnisse wieder eingestellt.

Seit 2008 geht nun die Erforschung der Höhle Schritt für Schritt voran. Dank des persönlichen und finanziellen Engagements des jetzigen Eigentümers, Peter Feltens, wurden die Forschungsarbeiten mit der Öffnung des Zugangs Hülloch I 2008 wieder aufgenommen. Im Jahr 2009 gelang die Öffnung des Hüllochs II, die durch Landes- und EU-Mittel ermöglicht werden konnte.

Die Forschungen im Hülloch dauern auch weiterhin noch an. Das Hülloch ist aufgrund seiner dort vorkommenden seltenen Flora und Fauna von herausragender Bedeutung für die Wissenschaft. Bisher sind 130 Meter der Höhle erforscht. Erste seltene Tierarten oder Spuren seltener Tierarten, wie Fledermäuse, Amphibien, Krebse und Würmer wurden schon entdeckt.

Im Rahmen von Veranstaltungen im Bereich des Hüllochs bietet die Speläo-Gruppe Höhlenführungen an. Hier bietet sich dann für die Bevölkerung die Möglichkeit, den bereits erforschten Teil der Höhle zu besichtigen.

(Quelle: Buch "Das Kiersper Hülloch", 1. Arbeitsbericht 2009 – 2012) 

Raukbrunnen mit Margarethenkiche
Raukbrunnen mit Margarethenkiche

Die Kirche mit ihrem markanten Zwiebelturm geht historisch auf das 12. Jahrhundert zurück. Seit dieser Zeit bildet sie den Mittelpunkt des Dorfes Kierspe. Sie war Pfarrkirche des Kirchspiels, das sich über einen weiteren Umkreis erstreckte und als solche seelsorgerischer und auch verwaltungsmäßiger Mittelpunkt für die umliegenden Bauernschaften. Der heutige Bau stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Innenausstattung wird durch den "evangelischen" Kanzelaltar und eine von dem Berliner Baumeister Schinkel entworfene klassizistische Orgel geprägt.

Der von dem heimischen Künstler Waldemar Wien geschaffene Brunnen stellt die "Kiersper Räuke" dar. Diese Raben prägen auch heute noch durch ihre Vielzahl die Umgebung, so dass es nicht verwunderlich erscheint, dass ein solcher Rabe zum Wappentier im heutigen Stadtwappen wurde.

Montigny Platz
Montigny Platz

Kierspes Entwicklung zu einer modernen Stadt lässt sich besonders gut daran ablesen, dass die Verwaltung in der "Mitte" zwischen den beiden Ortsteilen "Dorf" und "Bahnhof", nicht weit von der Gesamtschule nach dem Umbau einer Schraubenfabrik "zentralisiert" wurde.

In diesem Zusammenhang entstand ein kleines Geschäftszentrum mit dem Montigny-Platz, der nach der französischen Partnerstadt im unmittelbaren Einzugsbereich von Paris benannt wurde. In der Mitte des Platzes ist ein Handwerkerbaum aufgestellt worden, der alle Handwerksgilden symbolisch darstellt, die in Kierspe vertreten sind.

Öhlmühle (Rönsahl)
Öhlmühle (Rönsahl)

Bereits 1804 als Ölmühle erwähnt, wurde das Rönsahler Denkmal 1900 zweigeschossig im Bergischen Stil neu erbaut. Die Teichanlage zur Fischzucht stammt aus dem Jahre 1907. Ein Wasserrad mit Wasserzufuhr wurde 1982 neu installiert. Es diente ursprünglich zum Antrieb einer Fleischzerkleinerungsmaschine für Forellenfutter, einer Dreschmaschine und einer Waschmaschine. Zudem ermöglichte das Wasserrad die erste Stromversorgung Rönsahls. Leider ist die Inneneinrichtung nicht mehr vorhanden.

Da die Mühle heute als Wohnhaus genutzt wird, ist eine Innenbesichtigung nicht möglich. Eine Besichtigung von außen ist jederzeit möglich!

Rathaus
Rathaus

Das Kiersper Rathaus steht für die Bemühungen der Stadtplaner, die beiden Ortsteile Kierspe Dorf und Kierspe Bahnhof zusammenwachsen zu lassen. 1986 zog das Rathaus aus dem Alten Amtshaus in Kierspe Dorf in die ehemalige Schraubenfabrik Knipping am Springerweg um.

Der vor dem Rathaus errichtete Spatenbrunnen ist ein von Waldemar Wien geschaffenes Denkmal, das an die Produktion von Afrika-Spaten in Kierspe erinnert. Im Jahr 1815 wurden im Schleiper Hammer die ersten Schaufeln und Spaten, Hacken und andere Werkzeuge geschmiedet. Der Grundstein für den späteren Export in die deutschen-afrikanischen Kolonien. Vom nahen Kierspe aus ging der Afrika-Spaten nach Süden. Auch heute noch kann der große Federhammer, an dem Wilhelm Kattwinkel Afrika-Spaten formte, im Schleiper Hammer besichtigt werden.

Schleiper Hammer
Schleiper Hammer

Das technische Industriedenkmal „Schleiper Hammer“ zeigt die ehemalige Hammeranlage im Zustand der 30er Jahre des vorherigen Jahrhunderts mit Turbinenantrieb, Transmission und Federhammer. Im Jahr 1815 wurden im Schleiper Hammer die ersten Schaufeln und Spaten, Hacken und andere Werkzeuge geschmiedet. Auch heute noch kann der große Federhammer besichtigt werden.

Die Außenanlagen mit den beiden Betriebsteichen und die Form des Gebäudes blieben bis heute im Original erhalten. Im oberen Teil des Hammerwerks wird die Entwicklung der Bakelit-Industrie dokumentiert.

Eine Außenbesichtigung der Anlage kann jederzeit vorgenommen werden. Führungen erfolgen nach vorheriger Rücksprache mit dem Heimatverein Kierspe.

Weitere Infos über den Schleiper Hammer sowie auch die Öffnungszeiten finden Sie hier.

Servatiuskirche
Servatiuskirche

Die ehemals dem heiligen Servatius geweihte Kirche stammt nach der Bauweise des Wehrturms aus spätromanischer Zeit.

Nach einem Brand 1766 war nur noch der Wehrturm übrig. Das Kirchenschiff wurde neu errichtet und im "bergischen Barock" mit einem sehr sehenswerten Orgelkanzelaltar ausgestattet. Diese "evangelische" Architektur findet ihre besondere Ausprägung in einem Abendmahlsbild in der Altarpredella, das die Austeilung des Abendmahls in zwei Gestalten (Brot und Wein) beinhaltet.

Ausführliche Informationen zu Besonderheiten und zur Geschichte dieser Kirche finden Sie hier.

Katholische Pfarrkirche St. Josef
Katholische Pfarrkirche St. Josef

Die 1959-1961 von Professor Gottfried Böhm, einem der bedeutendsten Kirchenbaumeister der Gegenwart, erbaute Kirche ist eine in Baustil und Liturgie sehr fortschrittliche Kirche. Dies ist in einer traditionell evangelischen Gegend von besonderem Reiz. Sie wird von kunstgeschichtlich Interessierten wegen ihrer vielfältigen Symbolik sehr geschätzt.

Ausführliche Informationen zur Errichtung und Bauweise der Kirche sowie zu ihren Besonderheiten finden Sie hier.

Thingslinde
Thingslinde

Eberhard Fricke, einer der besten Kenner der westfälischen Feme-Gerichtsbarkeit, bezeichnet die Thingslinde als "Rechtsdenkmal, das weit und breit einmalig ist". Unter diesem Baum wurde im Mittelalter wohl so mancher Prozess geführt. Damals stand sie an der Kreuzung einer bedeutenden mittelalterlichen Landstraße (Frankfurt – Amsterdam) und war durch ihre Lage an der Straße auf der Höhe außerhalb des Dorfes weithin sichtbar. Dies war wohl auch der Grund, warum man dort eine Gerichtsstätte errichtete. Heute ist die durch ihr Alter besonders gezeichnete Linde, durch das moderne Neubaugebiet vom Stadtbild deutlich mehr eingeengt.

Der Begriff "Thing" erinnert an den Freigrafen, der die Verhandlungen einberief und die Freischöffen, die das Urteil fanden. Sie gehörten einem über das ganze Reich verbreiteten Schöffenbund an, der ein Geheimbund war. Die auf der anderen Straßenseite stehende, im Wuchs noch kräftigere "Kaiser-Wilhelm-Linde", erinnert an die Gründung des zweiten deutschen Kaiserreiches.

Wienhagener Turm
Wienhagener Turm

Lohnenswertes Ziel einer Wanderung durch reizvolle, hügelige Landschaft ist der Wienhagener Aussichtsturm, der auf der höchsten Stelle des Wienhagens steht: 479 Meter über NN. Er ist ganzjährig auf eigene Gefahr geöffnet.

Derzeit kümmert sich die SGV-Abteilung Kierspe um die Unterhaltung und Pflege der Außenanlagen des Turmes. Die Renovierung erfolgte im Jahr 2000 und der Kiersper Künstler Werner Baumgart bemalte den Turm von innen nach dem Motto "Lauf durch die Zeit". Durch diese Malerei ist der Turm ein echtes Kunstwerk geworden.

Seit 2001 findet das jährliche Turmfest an Himmelfahrt von dem SGV statt. Der Erlös ist für den Erhalt des Turmes und den Spielplatz bestimmt.

Auf dem Gelände im Wienhagen wurde zuerst ein Aussichtsturm aus Holz errichtet doch im Laufe der Jahre nagte der Zahn der Zeit an dem Turm und er wurde durch einen Betonturm ersetzt.

Es war am 29. September 1929, als der damalige Bürgermeister des Amtes Kierspe, Amtmann Hiltebrandt, den Turm feierlich für die Öffentlichkeit freigab: als Aussichtsturm, aber auch als Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Der Wienhagen war schon immer ein markanter Punkt an der Grenze Westfalens zum Rheinland. Der Aussichtsturm spielte daher neben dem Kirchturm von Agathaberg, der bei guter Sicht im Westen zu erkennen ist, eine besondere Rolle im trigonometrischen Vermessungssystem von Nordrhein-Westfalen. 

 
 
Bakelitmuseum im Alten Amtshaus
Bakelitmuseum im Alten Amtshaus

In Kierspe können Sie das einzige in Deutschland existierende Bakelitmuseum besuchen und die Entwicklung der Bakelit-Industrie kennen lernen. In der liebevoll zusammengetragenen Sammlung zeigt das Bakelitmuseum Gebrauchsgegenstände aus Bakelit-Kunststoff. Mit mehreren tausend Exponaten in einer Wechselausstellung ist dies einzigartig!

Bakelit als erster Kunststoff löste eine Revolution in der Produktion von technischen Artikeln aus. Dieser leichte, kostengünstige Kunststoff ersetzte Schellack und Porzellan. 

Möchten Sie sich näher informieren? Dann finden Sie hier weitere interessante Einzelheiten sowie auch die Öffnungszeiten.

1
Historische Brennerei Rönsahl
Historische Brennerei Rönsahl

Die denkmalgeschützte Brennerei Krugmann, Hauptstr. 23, Kierspe-Rönsahl, wurde im Januar 2008 durch den ehemaligen Ortsbürgermeister Horst Becker zur Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus und historisches Museum erworben.

Der am 25.04.2008 gegründete Verein verfolgt das Ziel, die vorhandene Bausubstanz der unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Brennerei zu erhalten und die historischen Räume so zu gestalten, dass diese als Veranstaltungs- und Kulturzentrum „Historische Brennerei Rönsahl“ genutzt werden können.

Nach umfangreichen Instandsetzungsarbeiten und Neugestaltung der Außenanlagen finden dort heute Veranstaltungen statt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Vereins oder nehmen Sie Kontakt zu dem ersten Vorsitzenden des Vereins, Horst Becker, Kampweg 1, 58566 Kierspe-Rönsahl, Telefon 02269 / 482 oder 0170 / 29 72 530, auf. 

2
Christuskirche
Christuskirche

Diese evangelische Kirche wurde 1952 erbaut. Grund für den Bau einer weiteren Kirche war die rasante Entwicklung des Ortsteils „Kierspe Bahnhof“. Nach dem Bau der Volme-Agger-Bahn 1892 stieg die Bevölkerungszahl entlang der heutigen „Kölner Straße“ explosionsartig an. Diese Menschen sollten vor Ort kirchlich betreut werden und somit wurde die Christuskirche gebaut.

3
Fritz-Linde-Museum
Fritz-Linde-Museum

Im Fritz-Linde-Museum werden Bücher und Briefe von Fritz Linde, dem Kiersper Heimatdichter ausgestellt. Linde ist ein über die Grenzen Kierspes und des Märkischen Kreises hinaus sehr bekannter und gern zitierter niederdeutsch schreibender Dichter. Dazu werden noch die Bücher der Lehrerin und Geschichtenschreiberin Anny Wienbruch zu sehen sein. Sie schrieb über 100 Kinderbücher. Ebenso wird das Kiersper plattdeutsche Wörterbuch von Fritz Karge ausgestellt, es beinhaltet ca. 20.000 Wörter, Basis war der Gedichtschatz von Fritz Linde. Alles insgesamt ein unschätzbarer Fundus für Heimatfreunde.

Weitere Infos sowie auch die Öffnungszeiten finden Sie hier.

4
Fritz-Linde-Stein
Fritz-Linde-Stein

Dieser Gedenkstein wurde im Jahr 1950 dem Heimatdichter Fritz Linde, geb. 26. Juli 1882, gewidmet. Am 30.09.1950 wurde er feierlich durch den damaligen Bürgermeister Otto Ruhe und Wilhelm Lienenkämper (Natur-Denkmalpfleger) zusammen mit Schülern eingeweiht.

Für Fritz Linde war dieser Ort Inspiration. Er hat einige seiner Texte dort geschrieben. Er schrieb vorwiegend plattdeutsche Gedichte und Geschichten, die in 4 Büchern veröffentlicht wurden.

5
Gesamtschule
Gesamtschule

Die Gesamtschule Kierspe gehört mit zu den ältesten Schulen dieser Art in NRW. Sie hat als integrierte Gesamtschule mit angeschlossener gymnasialer Oberstufe der Stadt Kierspe den schulischen Anschluss an die moderne Entwicklung gebracht. Die Schule ist zugleich auch ein kulturelles Zentrum mit angegliederter Stadtbibliothek und dem Hallenbad "Räukepütt".

Die drei Säulen auf dem Schulhof der Gesamtschule wurden 1975 von dem Kiersper Bildhauer Waldemar Wien errichtet. Sie besteht aus seriell hergestellten Industrieteilen.

Die Gesamtgestaltung des „Forums“ war ein Kunstprodukt von Waldemar Wien, worin die Säulen als Gestaltungsmoment gehörten. Dazu rechnen auch die Form der Beton-Pflastersteine und ihre Auslegung, sowie die wellenförmige Gestaltung der Stufen.

Weitere Infos über die Gesamtschule finden Sie hier.

6
Haus Rhade
Haus Rhade

Im Jahre 991 erwarb Erzbischof Heribert von Köln, Kanzler Kaiser Ottos III., das freie Eigentum des Edelherren Benno und vermachte es der Benediktinerabtei Deutz als Ausstattungsgut bei ihrer Gründung 1003. Dem urkundlichen Dokument ist zu entnehmen, dass die "curtis Rothe" bereits damals Mittelpunkt eines herrschaftlichen Güterverbandes war, der später über Grundbesitz in den Kirchspielen Lüdenscheid, Halver, Herscheid, insbesondere aber Kierspe verfügte.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Haus Rhade an eine Reihe von adeligen Familien, wie die Herren von Neuhoff, von Hatzfeld, von Heyden zu Schönrad und Bruch, verpfändet.

Die letztere Familie löst den Besitz käuflich ab. 1725 ging Haus Rhade in den Besitz der Familie von Holtzbrinck über, die es 1910 an den Kaufmann Niehoff zu Dülmen veräußerte. 1916 kam Haus Rhade in den Besitz der Familie Schwietzke, die es heute noch bewohnt.

Weit über die engeren Grenzen bekannt wurde Haus Rhade durch den archäologischen Nachweis einer engen Verbindung von Adelsgut und Eisenerzeugung. Es konnten in Bachnähe oberhalb des Herrenhauses die Reste einer wassergetriebene Eisenhütte ausgegraben werden, die von 1250 – 1450 arbeitete und als Vorläufer des modernen Hochofens anzusehen ist. Das Bergbaugebiet lag ebenfalls in unmittelbarer Nähe des Herrenhauses und der Eisenhütte.

Da das Herrenhaus heute als Wohnhaus genutzt wird, ist es nicht zu besichtigen.

7
Das Kiersper Hülloch/Schanhollenhöhle
Das Kiersper Hülloch/Schanhollenhöhle

Auf dem Weg von Kierspe nach Meinerzhagen liegt an der rechten Seite der Heerstraße unter dem Waldgebiet Arney ein wiederentdecktes Höhlensystem namens Hülloch. Das Kiersper Hülloch wurde lange nur in sagenhaften Erzählungen erwähnt.

Eine legendenhafte Geschichte zum Hülloch erzählt die Schanhollensage:
"Die Schanhollen lebten der Sage nach im Kiersper Hülloch. Das Hülloch ist ein Höhlengebilde unter dem Waldrand Arney. Der Name der Schanhollen kommt von "Schöne Holden", das sind Zwergen- und Elfengestalten. Im Morgengrauen kamen die Zwerge aus der Höhle und halfen dem Bauer das Vieh zu hüten. Zum Dank dafür legte ihnen der Bauer ein Butterbrot auf den Zaun. Als er ihnen jedoch statt des Brotes einmal Kleidung hinlegte, nahmen die Schanhollen diese an sich und verschwanden auf Nimmerwiedersehen im Berg."

1672 wurde das Hülloch erstmalig unter dem Namen Huddeloch geschichtlich nachweisbar erwähnt. Um 1730 tauchte der Begriff "Hütteloch" für das Hülloch auf und wenige Jahre später wurde die Höhle wie heute Hülloch genannt.
"Hülloch" ist eine verbreitete Bezeichnung für eine Höhle, die durch eine Abwandlung des Begriffes Hölloch durch die Aussprache des plattdeutschen Sauerlandes entstand.

Aufzeichnungen besagen, dass das Kiersper Hülloch in den Notzeiten des Dreißigjährigen Krieges als Zufluchtsstätte gedient hat. Regelmäßig sollen dort von Pfarrer Hermann Rövenstrunk Gottesdienste abgehalten worden sein, die von der evangelischen Bevölkerung aus Kierspe, Meinerzhagen und Rönsahl unter Lebensgefahr besucht wurden.

Um 1887 wurden Überlegungen zur Nutzung des Hüllochs angestellt. In den darauf folgenden Jahren, bis ins Jahr 1966, wurden wiederholt Höhlenbefahrungen durchgeführt.

Mit der Gründung des Heimatvereins Kierspe e.V. im Jahre 1981 wurde von vielen Kiersper Bürgerinnen und Bürgern das Interesse geäußert, das Geheimnis "Hülloch" zu ergründen. Aufgrund dieses großen Interesses innerhalb der Bürgerschaft, nahm der Heimatverein im Jahr 1982 erste Kontakte zu Höhlenforschern auf. Erste Grabungen wurden ab 1995 durch die Speläo-Gruppe Hemer durchgeführt, aber im Jahre 1999 aufgrund enttäuschender Ergebnisse wieder eingestellt.

Seit 2008 geht nun die Erforschung der Höhle Schritt für Schritt voran. Dank des persönlichen und finanziellen Engagements des jetzigen Eigentümers, Peter Feltens, wurden die Forschungsarbeiten mit der Öffnung des Zugangs Hülloch I 2008 wieder aufgenommen. Im Jahr 2009 gelang die Öffnung des Hüllochs II, die durch Landes- und EU-Mittel ermöglicht werden konnte.

Die Forschungen im Hülloch dauern auch weiterhin noch an. Das Hülloch ist aufgrund seiner dort vorkommenden seltenen Flora und Fauna von herausragender Bedeutung für die Wissenschaft. Bisher sind 130 Meter der Höhle erforscht. Erste seltene Tierarten oder Spuren seltener Tierarten, wie Fledermäuse, Amphibien, Krebse und Würmer wurden schon entdeckt.

Im Rahmen von Veranstaltungen im Bereich des Hüllochs bietet die Speläo-Gruppe Höhlenführungen an. Hier bietet sich dann für die Bevölkerung die Möglichkeit, den bereits erforschten Teil der Höhle zu besichtigen.

(Quelle: Buch "Das Kiersper Hülloch", 1. Arbeitsbericht 2009 – 2012) 

8
Raukbrunnen mit Margarethenkiche
Raukbrunnen mit Margarethenkiche

Die Kirche mit ihrem markanten Zwiebelturm geht historisch auf das 12. Jahrhundert zurück. Seit dieser Zeit bildet sie den Mittelpunkt des Dorfes Kierspe. Sie war Pfarrkirche des Kirchspiels, das sich über einen weiteren Umkreis erstreckte und als solche seelsorgerischer und auch verwaltungsmäßiger Mittelpunkt für die umliegenden Bauernschaften. Der heutige Bau stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Innenausstattung wird durch den "evangelischen" Kanzelaltar und eine von dem Berliner Baumeister Schinkel entworfene klassizistische Orgel geprägt.

Der von dem heimischen Künstler Waldemar Wien geschaffene Brunnen stellt die "Kiersper Räuke" dar. Diese Raben prägen auch heute noch durch ihre Vielzahl die Umgebung, so dass es nicht verwunderlich erscheint, dass ein solcher Rabe zum Wappentier im heutigen Stadtwappen wurde.

9
Montigny Platz
Montigny Platz

Kierspes Entwicklung zu einer modernen Stadt lässt sich besonders gut daran ablesen, dass die Verwaltung in der "Mitte" zwischen den beiden Ortsteilen "Dorf" und "Bahnhof", nicht weit von der Gesamtschule nach dem Umbau einer Schraubenfabrik "zentralisiert" wurde.

In diesem Zusammenhang entstand ein kleines Geschäftszentrum mit dem Montigny-Platz, der nach der französischen Partnerstadt im unmittelbaren Einzugsbereich von Paris benannt wurde. In der Mitte des Platzes ist ein Handwerkerbaum aufgestellt worden, der alle Handwerksgilden symbolisch darstellt, die in Kierspe vertreten sind.

10
Öhlmühle (Rönsahl)
Öhlmühle (Rönsahl)

Bereits 1804 als Ölmühle erwähnt, wurde das Rönsahler Denkmal 1900 zweigeschossig im Bergischen Stil neu erbaut. Die Teichanlage zur Fischzucht stammt aus dem Jahre 1907. Ein Wasserrad mit Wasserzufuhr wurde 1982 neu installiert. Es diente ursprünglich zum Antrieb einer Fleischzerkleinerungsmaschine für Forellenfutter, einer Dreschmaschine und einer Waschmaschine. Zudem ermöglichte das Wasserrad die erste Stromversorgung Rönsahls. Leider ist die Inneneinrichtung nicht mehr vorhanden.

Da die Mühle heute als Wohnhaus genutzt wird, ist eine Innenbesichtigung nicht möglich. Eine Besichtigung von außen ist jederzeit möglich!

11
Rathaus
Rathaus

Das Kiersper Rathaus steht für die Bemühungen der Stadtplaner, die beiden Ortsteile Kierspe Dorf und Kierspe Bahnhof zusammenwachsen zu lassen. 1986 zog das Rathaus aus dem Alten Amtshaus in Kierspe Dorf in die ehemalige Schraubenfabrik Knipping am Springerweg um.

Der vor dem Rathaus errichtete Spatenbrunnen ist ein von Waldemar Wien geschaffenes Denkmal, das an die Produktion von Afrika-Spaten in Kierspe erinnert. Im Jahr 1815 wurden im Schleiper Hammer die ersten Schaufeln und Spaten, Hacken und andere Werkzeuge geschmiedet. Der Grundstein für den späteren Export in die deutschen-afrikanischen Kolonien. Vom nahen Kierspe aus ging der Afrika-Spaten nach Süden. Auch heute noch kann der große Federhammer, an dem Wilhelm Kattwinkel Afrika-Spaten formte, im Schleiper Hammer besichtigt werden.

12
Schleiper Hammer
Schleiper Hammer

Das technische Industriedenkmal „Schleiper Hammer“ zeigt die ehemalige Hammeranlage im Zustand der 30er Jahre des vorherigen Jahrhunderts mit Turbinenantrieb, Transmission und Federhammer. Im Jahr 1815 wurden im Schleiper Hammer die ersten Schaufeln und Spaten, Hacken und andere Werkzeuge geschmiedet. Auch heute noch kann der große Federhammer besichtigt werden.

Die Außenanlagen mit den beiden Betriebsteichen und die Form des Gebäudes blieben bis heute im Original erhalten. Im oberen Teil des Hammerwerks wird die Entwicklung der Bakelit-Industrie dokumentiert.

Eine Außenbesichtigung der Anlage kann jederzeit vorgenommen werden. Führungen erfolgen nach vorheriger Rücksprache mit dem Heimatverein Kierspe.

Weitere Infos über den Schleiper Hammer sowie auch die Öffnungszeiten finden Sie hier.

13
Servatiuskirche
Servatiuskirche

Die ehemals dem heiligen Servatius geweihte Kirche stammt nach der Bauweise des Wehrturms aus spätromanischer Zeit.

Nach einem Brand 1766 war nur noch der Wehrturm übrig. Das Kirchenschiff wurde neu errichtet und im "bergischen Barock" mit einem sehr sehenswerten Orgelkanzelaltar ausgestattet. Diese "evangelische" Architektur findet ihre besondere Ausprägung in einem Abendmahlsbild in der Altarpredella, das die Austeilung des Abendmahls in zwei Gestalten (Brot und Wein) beinhaltet.

Ausführliche Informationen zu Besonderheiten und zur Geschichte dieser Kirche finden Sie hier.

14
Katholische Pfarrkirche St. Josef
Katholische Pfarrkirche St. Josef

Die 1959-1961 von Professor Gottfried Böhm, einem der bedeutendsten Kirchenbaumeister der Gegenwart, erbaute Kirche ist eine in Baustil und Liturgie sehr fortschrittliche Kirche. Dies ist in einer traditionell evangelischen Gegend von besonderem Reiz. Sie wird von kunstgeschichtlich Interessierten wegen ihrer vielfältigen Symbolik sehr geschätzt.

Ausführliche Informationen zur Errichtung und Bauweise der Kirche sowie zu ihren Besonderheiten finden Sie hier.

15
Thingslinde
Thingslinde

Eberhard Fricke, einer der besten Kenner der westfälischen Feme-Gerichtsbarkeit, bezeichnet die Thingslinde als "Rechtsdenkmal, das weit und breit einmalig ist". Unter diesem Baum wurde im Mittelalter wohl so mancher Prozess geführt. Damals stand sie an der Kreuzung einer bedeutenden mittelalterlichen Landstraße (Frankfurt – Amsterdam) und war durch ihre Lage an der Straße auf der Höhe außerhalb des Dorfes weithin sichtbar. Dies war wohl auch der Grund, warum man dort eine Gerichtsstätte errichtete. Heute ist die durch ihr Alter besonders gezeichnete Linde, durch das moderne Neubaugebiet vom Stadtbild deutlich mehr eingeengt.

Der Begriff "Thing" erinnert an den Freigrafen, der die Verhandlungen einberief und die Freischöffen, die das Urteil fanden. Sie gehörten einem über das ganze Reich verbreiteten Schöffenbund an, der ein Geheimbund war. Die auf der anderen Straßenseite stehende, im Wuchs noch kräftigere "Kaiser-Wilhelm-Linde", erinnert an die Gründung des zweiten deutschen Kaiserreiches.

16
Wienhagener Turm
Wienhagener Turm

Lohnenswertes Ziel einer Wanderung durch reizvolle, hügelige Landschaft ist der Wienhagener Aussichtsturm, der auf der höchsten Stelle des Wienhagens steht: 479 Meter über NN. Er ist ganzjährig auf eigene Gefahr geöffnet.

Derzeit kümmert sich die SGV-Abteilung Kierspe um die Unterhaltung und Pflege der Außenanlagen des Turmes. Die Renovierung erfolgte im Jahr 2000 und der Kiersper Künstler Werner Baumgart bemalte den Turm von innen nach dem Motto "Lauf durch die Zeit". Durch diese Malerei ist der Turm ein echtes Kunstwerk geworden.

Seit 2001 findet das jährliche Turmfest an Himmelfahrt von dem SGV statt. Der Erlös ist für den Erhalt des Turmes und den Spielplatz bestimmt.

Auf dem Gelände im Wienhagen wurde zuerst ein Aussichtsturm aus Holz errichtet doch im Laufe der Jahre nagte der Zahn der Zeit an dem Turm und er wurde durch einen Betonturm ersetzt.

Es war am 29. September 1929, als der damalige Bürgermeister des Amtes Kierspe, Amtmann Hiltebrandt, den Turm feierlich für die Öffentlichkeit freigab: als Aussichtsturm, aber auch als Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Der Wienhagen war schon immer ein markanter Punkt an der Grenze Westfalens zum Rheinland. Der Aussichtsturm spielte daher neben dem Kirchturm von Agathaberg, der bei guter Sicht im Westen zu erkennen ist, eine besondere Rolle im trigonometrischen Vermessungssystem von Nordrhein-Westfalen. 

17
Ihr Ansprechpartner
 
Facebook

Besuchen Sie die Stadt Kierspe auf Facebook