Klimawandel und Klimaschutz

„Klimawandel und Klimaschutz“: Begriffe, die eigentlich fast in jedem Gespräch fallen. Ob ausschweifend oder nur kurz angerissen, es wird viel darüber gesprochen. Aber was steckt überhaupt hinter diesen Begriffen? Lassen Sie uns einen kleinen Exkurs machen.

„Letzten Winter hat es doch noch geschneit! Wo ist denn bitte dieser Klimawandel?“
Vielleicht haben Sie sich diese Frage schon einmal selbst gestellt oder wurden damit konfrontiert. Das allerwichtigste ist: Wir müssen einen Unterschied zwischen Wetter und Klima machen. Kurz gesagt: Wetter ist eine Momentaufnahme – Es hat geschneit, heute regnet es, morgen scheint die Sonne. 

Im Unterschied dazu beschreibt das Klima einen gemittelten Zustand der Atmosphäre über einen langen Zeitraum. In der Regel über mindestens 30 Jahre. Und über diesen langen Zeitraum sehen wir, dass sich das Klima wandelt und es wärmer wird. 9 der 10 wärmsten Jahre in Deutschland lagen innerhalb der letzten 20 Jahre – also zwischen 1990 und 2020. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

„Aber finden wir es nicht toll, wenn es immer wärmer wird? Dann müsste ich z.B. im Winter morgens nicht mehr kratzen!“
Das Problem mit der Erderwärmung ist, dass sie verhältnismäßig schnell geschieht. So, dass wir als Menschen und die Tier- und Pflanzenwelt nicht unbedingt genug Zeit haben, uns an die neuen Verhältnisse anzupassen und das bekommen wir jetzt schon mit: Wenn wir durch die Natur hier in Kierspe laufen, fallen vor allem die fehlenden Bäume auf und diese, die noch vertrocknet und geschädigt in der Gegend stehen. Schauen wir auf den Märkischen Kreis und ein bisschen darüber hinaus, sehen wir Starkregen- und Hochwasserkatastrophen. Und dann kommen noch Waldbrände, Stürme und Dürren dazu.

 
 

„Wieso wird es denn immer wärmer?“

Diese Frage führt uns zum altbekannten Treibhauseffekt, der eigentlich für unsere Existenz durchaus wichtig ist. Hätten wir den nicht, wäre es auf unserer Erde etwa 32 °C kälter. Unterstützer sind die Treibhausgase. Zu den bekanntesten zählen CO2, N2O und CH4. Die letzten beiden kommen vor allem aus der Landwirtschaft.

Und was tun die jetzt?
Die Sonne strahlt auf die Erde. Ein Teil der Strahlung wird reflektiert, der andere wird aufgenommen. Ein Teil der aufgenommenen Strahlung wird aber zusätzlich wieder zurückgeschickt, aber als Infrarotstrahlung. Und das ist genau der Wellenlängenbereich, mit dem unsere Treibhausgase etwas anfangen können. Die wandeln die Strahlung nämlich in Wärme um. Wenn sich also mehr Treibhausgase in der Atmosphäre befinden, kann mehr Strahlung in Wärme umgewandelt werden.

„Wo kommen diese extra Treibhausgase her?“
Ehrlich gesagt, produziert fast alles, was wir tun Treibhausgase. Wir fahren z.B. Auto, wir kochen, wir kaufen neue Kleidung. Teilweise ist es uns bewusst wie z.B. bei der Verbrennung bei Öl oder Gas beim Heizen und teilweise merken wir es gar nicht, weil die Treibhausgase bei der Produktion verursacht werden, also bei der Herstellung oder beim Transport von Produkten, die wir kaufen. So trägt eine Erdbeere aus Spanien vermutlich einen größeren CO2-Rucksack als eine vom Feld nebenan.

„Wie warm sollte es denn maximal werden?“
2015 einigten sich knapp 200 Staaten auf ein weltweites Klimaschutzabkommen (Pariser Klimaabkommen). Dadurch soll u.a. das Ziel verfolgt werden, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf „deutlich unter“ 2°C zu begrenzen mit der Anstrengung für eine Beschränkung auf 1,5°C. Diese Temperaturen kommen durch die Empfehlungen des Weltklimarates zustande. In diesem Klimarat sitzen Fachleute, die weltweit regelmäßig den aktuellen Kenntnisstand zum Klimawandel zusammentragen und ihn aus wissenschaftlicher Sicht bewerten (IPCC-Bericht).

 
 

„Wie viel Zeit haben wir noch?“

Wenn wir so weiter machen wie jetzt, haben wir unser CO2-Budget schneller aufgebraucht als wir vielleicht vermuten würden. Die Zahlen sollten jedoch nicht absolut gesehen werden, viel mehr als Orientierung. Wenn wir nichts ändern, dann werden wir vermutlich bis Mitte des Jahrhunderts die 2°C erreicht oder vielleicht überschritten haben. Die 1,5°C könnten bereits in den nächsten 10 Jahren erreicht werden. D.h. für uns: schnellstmöglich anfangen etwas zu ändern. Und haben Sie dabei im Hinterkopf, was Albert Einstein schon sagte: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

„Ach du meine Güte, was soll ich denn jetzt tun? Wo soll ich anfangen?“
Starten Sie erstmal bei sich selbst. Informieren Sie sich, wo Ihre „CO2-Problembereiche“ liegen. Dazu empfiehlt es sich, den CO2-Rechner des Umweltbundesamtes zu nutzen. Dadurch bekommen Sie einen groben Überblick, wo Sie sich vielleicht noch verbessern könnten. Verbessern heißt nicht einschränken! Es geht darum, bewusster zu leben und auch gerne mal sein Konsumverhalten oder die jetzige Ernährung zu hinterfragen.

Wenn Sie sich informiert haben, nutzen Sie Ihr Wissen und unterstützen andere. Und wenn Sie zum Typ „Macher“ gehören, dann organisieren Sie Projekte wie z.B. eine Müllsammelaktion, eine Baumpflanzaktion, eine Kleidertausch-Party/Flohmarkt oder ein Dinner, zu dem Überbleibsel von Gerichten mitgebracht werden können. Sie sehen schon, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

„Und wenn ich mich noch mehr informieren möchte, wo kann ich hin?"

  • Umweltbundesamt: Hier finden Sie hilfreiche Umwelttipps für den Alltag.
  • Verbraucherzentrale/Umwelt: Hier finden Sie u.a. Infos rund ums Haus, z.B. zu Regenwassernutzung, Recycling oder Elektrogeräten
  • Verbraucherzentrale/Lebensmittel: Welches Obst und Gemüse Saison hat, erfahren Sie hier. Außerdem finden Sie hier auch Informationen zum Tierschutz oder zu Lebensmittelverpackungen.
  • Utopia: Hier können Sie sich darüber informieren, wie Sie Ihr Konsumverhalten und Ihren Lebensstil bewusst gestalten und nachhaltig verändern können. Weihnachtsgeschenke, Zero Waste, nachhaltige Kleidung oder Haltbarkeit von Lebensmitteln sind nur einige Themen, die dort betrachtet werden.
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